Liebe Enkelkinder,

(die ich euch heute noch nicht kenne, aber meine Tochter L sagte neulich zu mir, sie wolle unbedingt ein bis zwei Kinder bekommen, und da dieses Kind normalerweise alles, was es ankündigt, gnadenlos durchzieht, gehe ich fest davon aus, dass es euch irgendwann geben wird),

heute schreibe ich euch, weil ich vermute, dass ihr über das, was jetzt gerade passiert, irgendwann vielleicht mehr wissen wollen werdet: Die Corona-Krise. Und damit seid ihr vermutlich die einzigen Leser, die ich mit diesen Corona Geschichten je haben werde – denn alle anderen Menschen auf dieser Welt haben genug von diesem Thema. Aber egal, ich mache das für euch und hoffe, ihr wisst das irgendwann zu schätzen. Für mich als Online-Redakteurin und SEO-Spezialistin seid Ihr, meine lieben Enkel, vermutlich die spannendste und gleichzeitig merkwürdigste Zielgruppe, die ich je hatte. Ich habe noch nie für jemanden geschrieben, den es noch nicht gibt, und ich habe auch noch nie eine Geschichte erzählt, deren Ende ich noch nicht kannte oder zumindest halbwegs vorgeplottet hatte. Aber man wächst ja mit seinen Herausforderungen.

Ich lasse meine Coronageschichten für euch unter dem Hashtag #coroniken laufen. Für euch sind Hashtags im Jahr 2050 – oder wann auch immer – vermutlich genauso oldschool wie für mich das Wort “oldschool”, aber was soll’s. Mein Ziel ist, dass ihr meine Texte auch dann noch findet, egal, auf welchem Kanal auch immer ihr dann nach #coroniken sucht.

Ich bin mir zwar sicher, dass die Coronakrise dank Internet ohnehin eine mehr oder weniger lückenlose Dokumentation erlebt und dass euch auf diese Weise nahezu alles über diese Zeit verraten wird. Aber dann kennt ihr ja noch lange nicht meine Sicht der Dinge, und die weicht an der ein oder anderen Stelle bestimmt ein wenig ab.

Vielleicht interessiert es euch aber, wie es eurer Oma (mir, omG ich bin Oma!) damals tatsächlich so erging.

Ich für meinen Teil bereue bis heute, dass ich die Erinnerungen meiner eigenen Oma, die neben der spanischen Grippe auch noch zwei Weltkriege überlebt hat, nicht aufgeschrieben habe. Sie hätte für mich mit Sicherheit heute auch den ein oder anderen guten Tipp in Sachen “Durchhaltevermögen” und “Leidensfähigkeit” gehabt, nachdem sie anno 1944 mit zwei kleinen Mädchen bei Eiseskälte zu Fuß quer durch die Republik geflüchtet ist. Gegen ihre Erlebnisse werden meine Corona Geschichten vermutlich ein Witz sein, aber man kann es auch nicht wissen. Jedenfalls habe ich beschlossen, das zu tun, was ich immer mache, wenn mich etwas beschäftigt: Ich schreibe darüber.

Vorab aber eine kleiner Spoiler: Zwar wird es hier das ein oder andere Mal um Kuriositäten wie wochenlang ausverkauftes Klopapier, leere Konservendosen-Regale und ein vollkommen überfordertes Schulsystem gehen. Aber wer weiß, was noch so auf uns zukommt, ich kann euch hier nichts garantieren, auch kein Happy End. Mir ist klar, dass sich das alles für euch zwischendurch wie ein völlig abgehobenes Lars-von-Trier-Drehbuch lesen muss. Ganz ehrlich: Für so einen unglaubwürdigen Plot hätte vor Corona vermutlich jeder noch so angesehene Autor in Hollywood einen Arschtritt bekommen. Ihr kennt Lars von Trier nicht? Das solltet ihr ändern, finde ich. Googelt den mal, oder schaut mal bei Netflix nach, oder macht eben das, was man in eurem Teil des Jahrhunderts so macht, wenn man etwas recherchieren möchte. Euch wird schon was einfallen, schließlich seid ihr meine Enkel.

Aber wo fange ich mit den Corona Geschichten an?

Am besten vorne. Wir haben Anfang Mai 2020 und befinden uns nun seit mehr oder weniger sechs Wochen im Ausnahmezustand. Wir Menschen, die jetzt gerade im Jahr 2020 leben, erleben aufgrund des Coronavirus einen für uns nie dagewesenen Umbruch, der in dieser Form in den kommenden Jahrzehnten vielleicht – ich hoffe es für euch – einzigartig bleiben wird.

Ich schreibe nun auch deshalb über Corona, weil ich gerade ein ähnliches Gefühl in mir trage wie im Jahre 2017. Damals erlebte ich persönlich ebenfalls einen großen Umbruch, den ich irgendwie für mich festhalten musste, weil ich dachte, das könnte mich selbst oder irgendwen anders später nochmal interessieren. Und so entstand Mission MamaPapa, das Blog, über dessen Existenz ich heute sehr froh bin, weil es mir unglaublich bei der Verarbeitung all dieser Dinge geholfen hat. Ihr, liebe Enkelkinder, findet hier also im Übrigen die Geschichte Eurer Urgroßeltern, die mit achtzig Jahren nochmal von Düsseldorf nach Hamburg (zu mir) ziehen wollten, was dann aber ganz anders lief, als gedacht. Wenn ihr gerade schon dabei seid, in den Familienchroniken zu wühlen, dann schaut euch das doch vielleicht auch mal an.

Doch zurück zu den Corona-Geschichten.

Da ich ja nun selbst noch nicht weiß, wo die Reise hingeht, ist das hier für mich auch eine recht ungewohnte Erfahrung. Bei dieser neuen Geschichte hier kenne ich wie gesagt den Ausgang nicht, denn Corona ist keine Fiktion (auch wenn es vielen von uns des öfteren so vorkommt), sondern Realität. Das macht die ganze Sache auch ein ganz klein wenig beängstigend. Um eurer Mutter, meiner kleinen L, ein wenig die Sorgen zu nehmen, die sie sich mit ihren 10 Jahren bereits zur Krise macht, habe ich übrigens in dieser Zeit angefangen, ihr Gutenachtgeschichten zu erzählen: “Vom kleinen Husten, dem kleinen Schnupfen und dem kleinen Coronavirus”. L hat sich darüber schlapp gelacht. Kommt euch bekannt vor? Vielleicht hat sie diese Geschichten ja an euch weiter getragen, und ihr nickt jetzt und wisst bereits, wovon ich spreche. Merkwürdig. Ich komme mir gerade vor wie in “Zurück in die Zukunft”. Kennt ihr auch nicht? Mein lieber Scholli, was kennt ihr denn?!? Geht googeln oder netflixen, um diese exorbitante Wissenslücke der Kategorie “Bedeutende Filme” zu schließen, aber zack zack.

Zurück zur erwachsenen Sichtweise: Wenn ihr diese Geschichten in chronologischer Reihenfolge lesen wollt, dann schaut euch einfach alle meine Blogeinträge der Kategorie Corona Geschichten an. Viel (was wünscht man da? Keine Ahnung!) Vergnügen… Spaß… Wissenserweiterung… viele neue Erkenntnisse… beim Lesen!

Eure Oma

P.S.: Ich hoffe doch sehr, wir lernen uns eines Tages noch kennen, schließlich bin ich bewusst noch in meinen Zwanzigern Mutter geworden. Falls nicht, hier noch ein paar Messages, die ihr euch hinter die Ohren schreiben solltet und von denen ich möchte, dass ihr sie mit mir verbindet: #fcknzs #rockon #nurderhsv


Wer ist Lonari?

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