Los geht’s mit der Finanzoptimierung!

Heute geht’s hier ausnahmsweise mal nicht ums Training, sondern um eins meiner fünf anderen Ziele: Die Finanzoptimierung, Ziel Nummer drei. Wenn man etwas ändern will, muss man erst mal den Status Quo betrachten und ehrlich zu sich selbst sein. Beim Thema Fitness war das noch recht einfach für mich: Hallo Welt, ich bin unfit, ja, der innere Schweinehund steht mir im Weg, ich fange mit meinem Fitnessprogramm seit Jahren immer wieder von vorne an, was bin ich doch undiszipliniert! Das fand ich vom Offenbarungs-Level her noch ganz gut erträglich. Außerdem stehe ich inzwischen in Sachen Training recht passabel da: Seit drei Wochen trainiere ich fleißig und mache meine Erfahrungen mit Sophia Thiel. Bisher habe ich nur eine einzige Trainingseinheit aufgrund des verknacksten Knöchels verpasst. Das kann sich doch schon sehen lassen! Die Muskeln wachsen, und es geht mir super damit.

Im Vergleich dazu herrscht beim Thema Finanzoptimierung Katzenjammer.

Denn hier fällt mir das mit dem Offenbaren sehr viel schwerer. Sehr, sehr, sehr viel schwerer. Okay, wo fange ich an? Wie ehrlich will ich wirklich sein? Na ja, die Frage erübrigt sich. Ich muss wohl blank ziehen, sonst wird sich ja nie was ändern. Also schön. Beim Thema Fitness habe ich gesagt, ich bin die Königin des Selbstbetrugs, weil ich mir immer Sportklamotten kaufe, um dann in schönster Fitnesskleidung auf dem Sofa zu sitzen, oder weil der Badeanzug in der Schublade vor sich hinmodert, statt mich zum Aquagym zu begleiten. Wenn ich jetzt überlege, wie es um meine Finanzen steht, fällt mir auf, dass mein Fitness-Problem dagegen absolut harmlos war. Ich bin die fleischgewordene Becky Bloomwood (aus “Shopaholic” von Sophie Kinsella). Ich arbeite als Redakteurin bei einem Finanzdienstleister, schreibe den ganzen Tag über Finanzierungen und Versicherungen, weiß gut Bescheid, und bin privat desolat aufgestellt. Genau wie Becky, die als Finanzjournalistin Anlagetipps gibt, die sie selbst nicht einhält. Für manche hier, die Becky nicht kennen, muss ich das vielleicht noch greifbarer machen.

Spielen wir also eine Runde “Spannende Fragen, entlarvende Antworten”, um das Dilemma meiner nichtvorhandenen Finanzorganisation auf den Punkt zu bringen.

Spannende Fragen, entlarvende Antworten

Finanzoptimierung und Nagellack
Eine kleine Auswahl meiner Nagellacksammlung. Was das mit meiner Finanzoptimierung zu tun hat? Leider eine ganze Menge.
  • Frage 1: Wie viele Bankkarten habe ich? Keine Ahnung. So einige. Nur zwei davon benutze ich tatsächlich.
  • Frage 2: Und wie viele Aktiendepots? Ha! Ja, ich habe tatsächlich eins. Kaum zu fassen. Warum habe ich eins? Weil ich eins anlegen musste, weil mein Arbeitgeber mir sonst die Bonus-Aktien, mit denen er mich in guten Geschäftsjahren am Unternehmen beteiligt, nicht übertragen kann. Das ist das bisherige Level, das nötig war, um mich dazu zu bewegen, ein Aktiendepot zu eröffnen: aus Zwang.
  • Frage 3: Wie oft schaue ich auf mein Konto? Antwort: Ich schaue exakt 1x im Monat auf mein Girokonto, und das auch nur mit zugekniffenen Augen, und ich muss mir normalerweise erst Mut antrinken, bevor ich mich traue, meine Augen zu öffnen und mir das ganze Elend anzusehen. So ungefähr. Habe ich schon mal nüchtern mein Konto gecheckt? Ich glaube nicht. Zum Glück kann man das heute zu Hause online machen. All die peinlichen Momente früher, als ich betrunken vor den Kontoauszugdruckern stand… ach ja, und dann gibt es auch noch ein Tagesgeldkonto. Da ist aber immer nur der obligatorische Notgroschen drauf. Wird ja eh nicht verzinst.
  • Frage 4: Worüber habe ich mich in Finanzdingen zuletzt so richtig geärgert? Daraus könnte ich eine eigene Top 10 machen. Und sie trüge den Titel “Abos, die ich immer schon mal kündigen wollte”. Mal sehen: Über die 180,- Euro, die ich dieses Jahr schon wieder für eine Reiseversicherung zahlen musste, weil ich versehentlich letztes Jahr für eine einmalige Reise ein Versicherungsabo abgeschlossen hatte, ohne es zu merken? Oder habe ich mich doch mehr über das weiterlaufende Abo einer Fortbildung über 150,- Euro geärgert, die ich ebenfalls kündigen wollte? Nein, halt, am ärgerlichsten waren die 99,- Euro Jahresgebühr für 8 Domains, die ich irgendwie noch habe und vergessen hatte. Dann wären da noch die regelmäßigen Abbuchungen für die e-Paper-App, die man zwar monatlich kündigen kann, was ich aber nie schaffe, und natürlich lese ich nie auch nur eine einzige der 1.000 Zeitschriften, die ich da lesen könnte, nicht mal die schwedischen, von denen ich doch anfangs so begeistert gewesen bin – aber lassen wir das. Ich bin ja noch nicht fertig. Dann gibt es da noch laufende Abos für Sprach-Plugins für WordPress, die ich noch nie benutzt habe, und die machen auch ein paar Euro im Monat aus. Ich möchte diese Frage nicht weiter beantworten. Lassen wir das also.
  • Frage 5: Wie viel Geld habe ich aktuell im Portemonnaie? Ganz ehrlich – keine Ahnung. Ich gehöre zu der Fraktion Menschen, die das quasi sofort nach dem Abheben vergessen. Ich vergesse sogar, dass ich gerade erst beim Bankautomat gewesen bin und freue mich nur wenige Stunde später über den Schein in der Geldbörse. Ich bin die, die immer verwaschene Geldscheine in Jeanshosen wiederfindet und sich davon ein Eis kaufen geht. Ich schäme mich ein bisschen beim Gedanken daran, dass ich so achtlos mit Geld umgehe. Und ich schwimme ja nun auch nicht gerade darin, dass ich mir so viel Achtlosigkeit leisten könnte.
  • Frage 6: Wie viel Geld habe ich jeden Monat übrig? Keins. Na ja gut, sagen wir, wenig. Schön, ich gebe zu, früher war mein Girokonto immer im Minus. Ich habe mich immerhin schon so weit vorgearbeitet, dass ich am Ende des Monats bei +-0 rauskomme. Oft ist aber schon in der Mitte des Geldes sehr viel Monat übrig.
  • Frage 7: Wofür gebe ich mein Geld aus? Tja, wenn ich das wüsste, gäbe es keinen Grund, diesen Blogeintrag zu schreiben. Natürlich habe ich eine gewisse Ahnung. Unter anderem fürs Wohnen, Essen, Süßigkeiten, Pralinen, Kekse, Schokolade, Weingummi, Nebenkosten, Entertainment, Urlaube, Vereinsmitgliedschaften, Beautytermine, Auto, Benzin – und Klamotten. Mein Kleiderschrank platzt aus allen Nähten. Und: Ich kann an keiner Drogerie vorbei gehen, ohne nicht mindestens 8 neue Nagellacke zu kaufen. Ich brauche keine Drogerie, ich BIN die Drogerie.
  • Frage 8: Worauf spare ich? Tatsächlich lege ich jeden Monat etwas beiseite, aber nur einen ganz kleinen Betrag. Und der geht ganz oft am Ende des Jahres für Weihnachtsgeschenke drauf, sodass ich im kommenden Jahr wieder von vorne anfange. Das ist ein echt trister Gedanke, aber so ist es aktuell.
  • Frage 9: Wie sieht es mit meiner privaten Altersvorsorge aus? Schlecht. Sehr schlecht, und hier wird es ganz bitter: Bis vor fünf, sechs Jahren hatte ich noch eine, die bis dahin sehr lange gelaufen ist. Ich habe sie aufgelöst, um mir ein Auto zu kaufen. Weil man Autos nicht auf Pump kauft, da bin ich konservativ. Ich brauchte das Auto. Und geliebt habe ich es auch. Trotzdem bereue ich das bis heute, und ich habe ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, weil ich immer noch keine neue Altersvorsorge abgeschlossen habe. Die Rentenlücke wird langsam zum schwarzen Loch. Wenn meine Tochter L mich später nicht aushält, werde ich wohl unter einer Brücke schlafen müssen.
  • Frage 10: Und wie sieht es mit meiner Absicherung generell aus? Mäßig. Vorhanden sind: Haftpflicht, Hausrat, Reiseversicherung (harrharr), Krankenzusatzversicherung, Risikolebensversicherung. Ich weiß, ich brauche eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Und eine Unfallversicherung. Und es ist fahrlässig, dass beides nicht vorhanden ist. Ich weiß das.

Doch Wissen schützt vor Trägheit nicht: Finanzen in den Griff bekommen hat auch mit Fleiß zu tun.

Ich weiß das alles, und trotzdem bin ich bisher kaum in die Gänge gekommen. Aus so vielen Gründen: Keine Zeit, keine Lust, kein Anlass. Das schlechte Gewissen nagt. Ich sitze finanziell auf einem Pulverfass. Das einzige, was mich noch retten kann: ich muss einen Millionär heiraten und dafür sorgen, dass er auf den Ehevertrag verzichtet. Oder mich endlich um meine Finanzen kümmern.

Aber nicht alleine: Ich suche mir Finanzcoaches.

Und zwar habe ich beschlossen, genau wie beim Fitness-Thema unterschiedliche Coachings zu testen. Zum Glück muss ich das Rad ja nicht alleine neu erfinden: Gerade für die weibliche Zielgruppe gibt es inzwischen im Bereich Finanzbildung eine ganze Menge Angebote. Ich habe verschiedene Angebote im Blick und bin schon sehr gespannt, wie die bei mir wirken werden, ob ich durchhalte, und ob ich am Ende wirklich sagen kann: Ja, that’s it! Ich hab’s geschafft, und ich habe meine Finanzen in den Griff bekommen. Und zwar starte ich mit einer Initiative, die mir sehr vertraut ist: Die Finanzheldinnen. Das ist ein Projekt der comdirect-Bank, das ich schon lange verfolge und ziemlich toll finde. Ich war schon auf Afterwork-Abenden der Finanzheldinnen (zusammen mit dem Global Digital Woman bei der Brigitte im G+J-Haus in Hamburg zuletzt), wir sind uns schon auf dem Finanzbarcamp über den Weg gelaufen, und so hatte ich immer mal wieder Berührungspunkte und muss sagen: Es imponiert mir. Nicht nur die Frauen, die dahinter stehen, sondern die ganze Idee inklusive Umsetzung.

Ich möchte eine Finanzheldin werden! Jetzt, sofort!

Als die Finanzheldinnen neulich in einer Insta-Story erzählten, es gäbe jetzt ein eigenes Magazin und ein Workbook, das einem dabei hilft, den ersten Schritt Richtung perfekt-organisiert-in-Finanzdingen zu machen, und man müsse nur “Hier!” rufen und bekäme das alles zugeschickt, da war ich sofort Feuer und Flamme. Ich hatte das ganze Paket ziemlich schnell im Briefkasten – um dann den Umschlag wochenlang ungeöffnet auf meinem Schreibtisch liegen zu lassen. Shame on me!

Finanzen in den Griff bekommen mit den Finanzheldinnen
Das Finanzheldinnen-Paket (die Kerzen und die Deko waren natürlich nicht enthalten).

Da waren sie wieder, meine 78 Probleme. Oder besser gesagt: Meine 6 Ziele zur Selbstoptimierung – und keine Zeit. Ein anderes Ziel hatte erst mal Vorrang: Es ging mir körperlich so mies, dass ich unbedingt erstmal mit dem Training anfangs musste. Nun lichtet sich zeitlich alles ein wenig, und ich habe wieder Luft, um ein neues Ziel anzugehen. Und die Finanzen sind am zweitdringendsten, das muss ich zugeben. Ich bin bald 40 und finanziell gesehen schlechter organisiert als mit 20, bloß verdiene ich heute besser. Es ist also höchste Eisenbahn. Ich starte mit den Finanzheldinnen in ein neues, selbstbestimmtes, finanziell top organisiertes Leben. Aber nicht nur mit den Finanzheldinnen, schließlich gibt es noch mehr inspirierende Frauen auf dem Gebiet: Sobald ich einen Platz ergattere, schaue ich mir auf jeden Fall noch den Finanzkurs von Fortunalista alias Margarethe an, mit der ich neulich einen sehr netten Tag beim Finanzbarcamp hatte, und die mir in ihrem Youtube-Video zum Finanzkurs aus der Seele spricht: Genau, ich will mich um meine Altersvorsorge kümmern. Genau, ich hatte nie das Gefühl, dass ich wirklich was sparen kann. Und genau – ich hab keine Ahnung, wo ich anfangen soll. Besser gesagt: Ich hatte. Jetzt weiß ich, womit ich loslege – und das werde ich hier in den kommenden Wochen natürlich genau dokumentieren.

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