Invisalign*: Meine Erfahrungen mit der unsichtbaren Zahnspange

Invisalign vorher nachher im Test

*Unbezahlte, unbeauftragte Werbung da Markennennung.

Hier direkt zu Beginn zeige ich euch jetzt immer den Stand der Dinge. Ende Mai 2020 habe ich mit meiner Invisalign-Behandlung begonnen, und hier könnt ihr mit Vorher-Nachher-Bildern sehen, wie weit das Ganze so ist (inzwischen haben wir Januar 2021). Jetzt bin ich bei Schiene 24 von 30, und so langsam merke ich, dass es in den Endspurt geht. Die unteren Schneidezähne stehen jetzt schon schön gerade in einer Reihe, und oben muss der Überbiss der großen Schneidezähne noch ein wenig nach hinten rücken – aber das war’s auch. Ich muss sagen, der Druck beim Wechsel auf einen neuen Schienensatz hat merklich nachgelassen. Ich habe fast das Gefühl, ich könnte auch schneller als bloß alle 10 Tage wechseln.

Meine Zähne haben sich auch durch das sehr regelmäßige Putzen immer weiter aufgehellt. Vergesst Bleaching – 3x täglich putzen (statt vorher 2x) hat bei mir diesen Unterschied hervor gebracht. Doch zurück zur Invisalign Behandlung: Wenn man die untere Zahnreihe betrachtet, sieht man, wie viel sich da getan hat, und besonders deutlich wird das bei diesem direkten Vergleich zwischen Schiene 1 und Schiene 16 und Schiene 24:

So sah es zur Halbzeit aus: Schiene 1/30 und Schiene 16/30.
Invisalign Erfahrungen vorher nachher: Endspurt
Jetzt bin ich im Endspurt, ganz unten Schiene 24/30

Invisalign und Corona: Wie passt das eigentlich zusammen?

Viele fragen mich übrigens zurzeit auch immer, wie ich während des Lockdowns mit den Schienen klarkomme und ob es mir nicht unangenehm ist, mir beim Rausnehmen und Einsetzen immer mit den Fingern in den Mund greifen zu müssen. Als ich im Mai 2020 mit der Invisalign Behandlung anfing, hatten wir gerade gar keinen strengen Lockdown, man konnte wieder in Cafés gehen, ganz normal einkaufen usw. Ich hatte in dieser Zeit immer Desinfektionsmittel dabei und habe mir auch unterwegs gründlich die Hände gewaschen. Jetzt, im Januar 2021, arbeite ich fast ausschließlich im Homeoffice. Das erleichtert auch in Sachen Invisalign und Corona einiges.

Meine Invisalign Erfahrung vorher nachher im detaillierten Verlauf

Die wichtigsten 16 Facts zur Invisalign© Zahnspange: Meine Erfahrungen nach sechs Monaten Behandlung

1. Die Invisalign Schienen sind wirklich unsichtbar.

Ich trage die Schienen nun seit 8 Monaten jeden Tag, und niemandem sind sie bisher aufgefallen. Ich hätte erwartet, dass jemand mal fragt: „Seit wann trägst du eine Zahnspange?“ – aber nein. Sie fallen wirklich rein gar nicht auf. Nur ich weiß, dass ich sie im Mund habe.

Invisalign Tagebuch: Meine Erfahrungen mit der unsichtbaren Zahnspange
Die 1. Schiene

2. Zahnbürste, Zahnpasta und Handdesinfektion sind bei der Invisalign Behandlung mein ständiger Begleiter.

Die Vorstellung, auf ungereinigte Zähne wieder stundenlang eine Plastikschiene zu setzen, finde ich persönlich ziemlich ekelig. Da ich sehr gern zwischendurch snacke, greife ich ganz automatisch regelmäßiger zur Zahnbürste als früher. Ich putze mir also freiwillig morgens, mittags und abends die Zähne und spüle nach kleineren Snacks mit milder Mundspülung nach. Neben der Zahnbürste habe ich nun also auch immer Zahnpasta und die Aufbewahrungsdose in der Handtasche, egal, wohin ich auch gehe.

3. Zahnzwischenraumreinigung muss sein!

Es wird empfohlen, immer Zahnseide zu benutzen – das gilt sowieso, aber erst recht für die Zeit der Invisalign-Behandlung. Damit habe ich mich anfangs sehr schwer getan, denn gerade unten habe ich extrem wenig Platz zwischen den Zähnen und bekam die Zahnseide kaum wieder heraus. Unter anderem deshalb lasse ich meine Zähne ja korrigieren, damit ich die Zahnzwischenräume in Zukunft besser pflegen kann. Für den Beginn hatte ich mir stattdessen eine Munddusche zugelegt. Die Reinigung mit der Munddusche reicht aber nicht aus, um alles lupenrein sauber zu kriegen, sagte meine Zahnärztin. Prompt hatte ich nach der 10. Invisalign-Schiene Karies an einem Backenzahn, und zwar genau am Zahnzwischenraum. Zwar meinte meine Zahnärztin, das müsse nicht unbedingt an Invisalign liegen. Zu Beginn der Invisalign Behandlung war ich – sagen wir – nicht ganz so akribisch in Sachen Zwischenraumreinigung unterwegs. Da ich seit 20 Jahren kein Karies mehr hatte, glaube ich persönlich schon, dass die Entstehung damit zu tun hatte. Seit der Kariesbehandlung hantiere ich nun also doch regelmäßig mit Zahnseide, mit Zahnzwischenraumbürstchen und Zahnstochern. Und es klappt! Was nicht alles geht, wenn man muss ;-).

Invisalign Erfahrung: Ich lache wieder
Die 17. Schiene: Ich traue mich wieder richtig zu lachen

4. Invisalign tut nicht weh, beim Wechsel auf neue Schienen kann es aber ganz schön drücken – wenn man sie vorher zu wenig getragen hat.

Ich empfinde die Behandlung mit Invisalign bisher als beinahe schmerzlos. Die ersten 16 Schienen hatte ich überhaupt keine Probleme, keine Schmerzen und aushaltbaren Druck. Mit dem Wechsel von 16 auf 17 wurde aber plötzlich alles anders: Ich muss die 16. Schienen wohl zu wenig getragen haben. Der Druck war von Beginn an unangenehm und hielt länger an, als gewohnt, nämlich mehrere Tage. Danach normalisierte sich alles wieder. Vorher war es immer so, dass ich direkt nach dem Wechsek sanften Druck verspürte, der aber spätestens am zweiten Tag verschwunden war. Mal sehen, wie es nun damit weitergeht.

5. Für eine effektive Behandlung muss ich die Invisalign Schienen 22 Stunden am Tag tragen – zwei Stunden Zeit zum Essen sind aber ganz schön wenig!

Wer es wie ich gewohnt ist, gemütlich zu essen, darf während der Invisalign Behandlung ordentlich Gas geben. Ich schaffe es an guten Tagen auf 21 Tragestunden pro Tag, an schlechten nur auf 20. Es gilt: Mit einer dauerhaft geringeren, täglichen Tragezeit wird die Zahnbehandlung nicht von Erfolg gekrönt sein – das setzt einen natürlich etwas unter Druck. Ich habe mir als Ziel mindestens 21 Stunden gesetzt, damit ich abends auch mal beim Fernsehen naschen kann, ohne ständig Zähne putzen zu müssen.

Invisalign Erfahrung Vorher Nachher Schiene 4
Die 4. Schiene

6. Mit Stoppuhr klappt das Einhalten der Tragezeit besser.

Damit ich im Blick behalte, wie lange ich die Schienen an einem Tag bereits draußen hatte, stelle ich mir eine Stoppuhr. Dazu nutze ich zurzeit die Stoppuhr meines Fitnesstrackers. So sehe ich, wie viel Zeit ich noch habe und wann ich die Schiene wieder einsetzen muss.

7. Das Lispeln und Sabbern lässt trotz der Invisalign Zahnspange im Mund schnell nach.

Man hat mit der Invisalign Schiene einen Fremdkörper im Mund, und daran müssen sich Zunge und Mund erstmal gewöhnen. Anfangs produziert man viel mehr Speichel, und die Schiene hat bei mir auch ganz schön gedrückt. Beides hat sich nach drei, vier Tagen aber rasch gegeben. Seit der zweiten Woche lispele ich überhaupt nicht mehr, aber Englisch klingt noch etwas merkwürdig bei mir. Zum Glück komme ich nicht so oft in die Verlegenheit, Englisch reden zu müssen.

8. Lippenstift lässt sich schwer entfernen.

Dieser Punkt stört mich tatsächlich ein wenig, denn ich hatte auch vor der Invisalign-Behandlung ständig mit trockenen Lippen zu kämpfen. Nun ist der Lippenpflegestift erst recht zu meinem ständigen Begleiter geworden, denn durch das Tragen der Schienen trocknen die Lippen schon ganz schön aus. Er klebt aber sehr gern an den Invisalign Schienen fest, und man muss schon ein bisschen schrubben, um ihn wieder wegzubekommen. Andere Anwender berichten, man bekäme von den Schienen Schlauchbootlippen wie Kylie Jenner. Das kann ich zwar nicht unbedingt bestätigen, aber die Lippen liegen natürlich auf den Schienen auf und stehen dadurch ein wenig stärker ab.

9. Ich habe wegen Invisalign gar nicht so viele Termine bei meiner Kieferorthopädin.

Kontrolltermine sind bei Invisalign Schienen seltener nötig als bei festen Zahnspangen. Ich muss alle sechs bis acht Wochen hin und finde, das hält sich schwer in Grenzen. Ich bekomme dann immer zu diesen Kontrollterminen meinen nächsten Satz Schienen für die kommenden Wochen. Manchmal wird bei besonders hartnäckigen Zahnengständen auch etwas abgeschliffen, damit die Zähne leichter aneinander vorbeiflutschen. Das ist aber überhaupt nicht schmerzhaft.

10. Die veränderte Bissstellung durch die Invisaligns stört mich so null.

Vor der Behandlung las ich überall, dass die veränderte Bissstellung so ungewohnt sei, man würde sich dauernd beim Essen selbst beißen. Klar ändert sich die Bissstellung; die Zähne sollen ja auch begradigt werden, und dabei lässt sich natürlich kaum vermeiden, dass die Zähne hinterher anders aufeinandertreffen als vorher. Direkt nach dem Tragen der ersten Schiene habe ich dabei schon Veränderungen registriert. Finde ich aber überhaupt nicht schlimm, ich kann auch genauso gut kauen wie vorher, und dass ich mir selbst in die Wange beiße, passiert nur ganz selten.

11. Öffentliches Zähneputzen und das Herausnehmen und Reinigen meiner Invisalign Schienen ist mir ganz schön peinlich.

Es klingt so super: Mit der Invisalign Schiene kannst du alles essen, jederzeit. Ja, klar, das stimmt schon. Aber will man das auch? Wenn ich ins Restaurant gehe (Zahnbürste nicht vergessen!), heißt es – gerade jetzt zur Coronazeit – erstmal: Ab aufs Gäste-WC und gründlich Hände waschen und desinfizieren, schließlich fasst man sich beim Herausnehmen mit den Fingern in den Mund. Das Prozedere lautet also: Invisalign Schienen rausnehmen, das Essen genießen, wieder auf Toilette, Zähne putzen, eventuell auch die Zahnspange reinigen, wieder einsetzen. Ich muss zugeben, das ist ganz schön aufwändig, und ich finde es schon nicht so prima, wenn mir Fremde auf einer Restauranttoilette dabei zusehen. Ich komme mir vor wie Omma, die ihr Gebiss rausnimmt. Aber es ist okay, ich kann’s ertragen. Es ist allemal besser, als komplett auf Restaurantbesuche zu verzichten, oder sich die Speisereste aus einer festen Klammer pulen zu müssen, finde ich.

12. Ohne Kalender vergesse ich das Wechseln der Invisalign Schienen.

Anfangs musste ich die Schienen alle 14 Tage austauschen, jetzt sind es alle 10. Ohne Erinnerung in meinem Kalender würde ich den Wechseltag immer verpennen. Ich habe jetzt also einen eigenen Kalender nur für meine Invisalign Zahnspangen, der mich per Weckruf dran erinnert, auf den nächsten Satz Schienen zu switchen.

13. Vielleicht werde ich für immer Retainer im Mund haben.

Nach Abschluss der Behandlung mit Invisalign besteht die Gefahr, dass sich die Zähne von alleine wieder verschieben. Um dies zu verhindern, wird ein Retainer – ein kleiner Draht – von innen an die Zähne geklebt. Dieser Draht bleibt für immer im Mund. Hier besteht übrigens kein Unterschied zu herkömmlichen, festen Zahnspangen: Auch hier muss oft ein Retainer noch im Nachhinein dafür sorgen, dass die Zähne dort bleiben, wo sie nach der Behandlung waren. Ich weiß aber noch nicht, ob ein Retainer bei mir wirklich nötig sein wird.

14. Meine Erfahrungen mit den Invisalign Kosten: Nicht von schlechten Eltern, aber es lohnt sich!

Ich werde mit meiner Behandlung, die etwa 30 Schienen und 9 Monate Dauer umfasst, irgendwo bei 4.500-5.000 Euro landen. Ich bezahle sie auch nicht auf einen Schlag, sondern immer von Satz zu Satz. Das scheint aber auch jeder Kieferorthopäde anders zu handhaben. Bisher muss ich sagen, dass das Preis-Leistungsverhältnis bei Invisalign stimmt. Die Schienen sind angenehm schmerzfrei zu tragen, der Aufwand hält sich in Grenzen, bereits nach wenigen Wochen sehe ich deutliche Ergebnisse, und die Behandlung geht recht flott vonstatten. Bisher habe ich es trotz des hohen Preises keine Sekunde bereut.

15. Gewichtsverlust durch Invisalign Behandlung – das halte ich für ein Gerücht.

Seit Beginn meiner Behandlung habe ich 4,5 Kilo zugenommen, das ist Fakt. Meiner Erfahrung mit Invisalign zufolge, verliert man – denke ich – nur dann an Gewicht, wenn man sich strikt an die 22-Stunden-Tragezeit pro Tag hält. Das würde aber bedeuten: 3 Mahlzeiten am Tag, 3x Zähne putzen und das war’s, keine Snacks. Ich lasse mir aber meine kleinen Zwischendurchsnacks nicht nehmen. Heißt allerdings: 3x täglich Zähne putzen und bei kleineren Snacks mindestens mal mit Mundspülung durchspülen, plus abends Zwischenraumreinigung. Und um eins noch klar zu stellen: Invisalign ist natürlich nicht schuld an meiner Gewichtszunahme, aber abgenommen habe ich bisher halt auch nicht gerade.

16. Ich trinke Wasser und Kaffee auch mit Invisalign.

Ganz ehrlich: Ich muss die Schiene sowieso dauernd rausnehmen, Zähne putzen, wieder einsetzen. Da ich leidenschaftliche Kaffeetrinkerin bin und nicht vorhatte, ein Jahr lang auf mein Lieblingsgetränk zu verzichten, lasse ich die Schiene auch beim Kaffee im Mund. Ich achte bloß darauf, dass ich ihn nicht zu heiß aufbrühe, da sich die Schienen sonst verziehen können. Ja, die Schienen verfärben sich dadurch. Aber das sieht man auf den Zähnen trotzdem kaum, und nach 10 Tagen gibt’s einen neuen Satz, so what. Und da ich meine Zähne mehrmals täglich reinige, habe ich auch keine Angst vor Karies. Bei Säften hingegen, die ich ohnehin wenig trinke, nehme ich sie raus.

Was ist Invisalign©?

Bei Invisalign handelt es sich um eine durchsichtige Zahnschiene, die denselben Zweck erfüllt wie eine feste Klammer: Sie verschiebt schiefstehende Zähne („align“) und behebt auf diese Weise ihre Fehlstellung im Kiefer. Anders als eine feste Klammer mit den üblichen Bracketts ist diese Schiene kaum zu sehen („invisable“). Erfunden wurde die Invisalign Schiene im Jahr 1997 vom gleichnamigen US-Unternehmen. Anfangs war die Methode unter Kieferorthopäden hierzulande umstritten. Es hat einige Jahre gedauert, bis sie auch in Deutschland Einzug hielt. Heute gehört die Behandlung mit Invisalign zum Standardrepertoire von Kieferorthopäden im Bereich der Zahnkorrektur. Invisalign Schienen sind hauchdünn und werden für jeden Patienten maßangefertigt. Sie bestehen aus einem hochelastischen, patentierten Material namens „SmartTrack“.

Eine Behandlung mit Invisalign wird immer – abhängig vom Behandlungsumfang – mit mehreren Schienen durchgeführt (in meinem Fall sind es 30 Sätze mit je einer Schiene für den Ober- und den Unterkiefer). Zu Beginn bekommt man die ersten Schienen mit nach Hause. Alle zwei Wochen muss ich die alten Schienen als Patientin selbstständig gegen einen neuen Satz austauschen. Somit dauert meine Behandlung etwa 60 Wochen, also etwas länger als ein Jahr. Die Kosten für eine Invisalign Behandlung belaufen sich in der Regel – ebenfalls abhängig vom Behandlungsumfang – auf 3.000-6.000 Euro, und man muss sie selbst tragen, denn diese Kosten werden von keiner Krankenkasse übernommen. Auch nicht bei Kindern, übrigens. Was sehr praktisch ist: Dank moderner Computertechnologie kann man direkt von Beginn an sehen, wie das Ergebnis einmal aussehen wird. Und die Anpassung der Schiene vor Beginn der Behandlung verläuft sehr angenehm, denn die Zähne werden einfach mit einem speziellen Gerät gescannt, was bei mir ungefähr eine halbe Stunde gedauert hat.

Invisalign Schiene: Meine Erfahrungen
So sieht sie aus, meine allererste Schiene. Oder besser: Meine allerersten Schienen, denn schließlich sind es zwei.

Vor- und Nachteile von Invisalign

Ich will hier zu Beginn einmal übersichtlich die grundsätzlichen Vor- und Nachteile, vor allem im Vergleich zu festen Zahnspangen, notieren.

VorteileNachteile
Invisalign Schienen sind ist nahezu unsichtbar.Die Behandlung wird in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen (bei Kindern auch nicht, allerdings müssen Personen über 18 auch die Behandlung mit einer festen Klammer selbst bezahlen).
Man kann die Schiene jederzeit herausnehmen, das macht die Zahnpflege denkbar einfach.Die Kosten für Invisalign Schienen sind wesentlich höher als bei festen Klammern (bei mir: ca. 5.000 Euro, feste Klammer häte um die 3.000 Euro gekostet).
Die Behandlungsdauer ist kürzer als bei festen Zahnspangen (etwa ein Jahr im Vergleich zu zirka 3-4 Jahren).Für bestimmte Zahnfehlstellungen wie den Kreuzbiss ist die Invisalign Schiene nur bedingt geeignet (Kieferorthopäden fragen!).
Man hat keine Drähte und Bracketts im Mund.Man kann zwar alles essen, aber Dinge, die sich in den Zahnzwischenräumen sammeln, können die Schienen dennoch verfärben, nachdem man sie wieder eingesetzt hat.
Das Anpassungsprozedere vor der Behandlung ist bei Invisalign deutlich unkomplizierter und angenehmer (kein Würgereiz wie beim Nehmen des Abdrucks für die feste Klammer).
Zum Essen müssen die Invisalign Schienen herausgenommen werden
Zu Beginn kann man per Computersimulation bereits sehen, wie das Endergebnis ausfallen wird.Zum Trinken müssen die Invisalign Schienen ebenfalls herausgenommen werden, denn zuckerhaltige Getränke schaden den Zähnen unter der Schiene, durch heiße Getränke können sich die Schienen verziehen. Ausnahme: Wasser ist unbedenklich.
Es gibt weniger Einschränkungen bei der Auswahl der Speisen.Damit die Behandlung Erfolg hat, muss die Invisalign Schiene mindestens 22 Stunden am Tag getragen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Nur zwei Stunden täglich Zeit zum Essen.
In der Regel werden nicht alle Zähne verschoben, bereits gerade stehende Zähne bleiben an ihrem Platz.
Es gibt wenig Einschränkungen im Alltag: Küssen, sprechen, singen – alles wunderbar möglich.
Besuche beim Kieferorthopäden sind nur alle 6-8 Wochen fällig (feste Spangen müssen etwa alle vier Wochen nachgezogen werden).

Welche Voraussetzungen gibt’s bei Invisalign zu erfüllen?

Um Invisalign Schienen einsetzen zu können, müssen Zähne und Zahnfleisch tadellos in Ordnung sein. Kein Karies, keine Parodontose, – sofern solche Probleme vorhanden sind, muss der Behandlung eine Grundsanierung vorangehen. Füllungen müssen überprüft werden, Wurzelbehandlungen abgeschlossen sein, Parodontose sollte behoben werden. Dadurch verschiebt sich der mögliche Behandlungsbeginn zeitlich nach hinten. Aber diese Vorab-Behandlungen werden natürlich von der Krankenkasse übernommen, da es sich hierbei ja um Erkrankungen handelt. Insofern ist es ohnehin sinnvoll, sie vornehmen zu lassen.

Warum ich mich für Invisalign entschieden habe

Weil mir die problemlose Reinigung meiner Zähne wichtig war. Ich wollte nicht zwischen den Bracketts einer festen Zahnspange herumfummeln müssen. Die durchsichtigen Invisalign-Schienen sind auf den Zähnen kaum sichtbar, und mit ein bisschen Übung lassen sie sich ganz leicht herausnehmen und wieder einsetzen. Also kann ich sie zu jeder Mahlzeit einfach entfernen, Zähne putzen, reinigen, wieder einsetzen, fertig. Das erschien mir als beste Lösung und ist der Hauptgrund, weshalb ich mich dafür entschieden habe. Dass man sie kaum sieht, finde ich natürlich auch nicht schlecht.

Mein Erfahrungsbericht im Invisalign Tagebuch

Meine Zahngeschichte

In ein paar Tagen werde ich 41 Jahre alt. Man sollte meinen, dass ich damit langsam aus dem Zahnspangenalter raus wäre. Aber nein – ich befinde mich mittendrin. Mein ganzes Erwachsenenleben lang bin ich mit schiefen Zähnen herumgelaufen, weil ich es im Teenageralter versäumt habe, eine Korrektur vornehmen zu lassen. Aber es ist noch nicht zu spät dafür. Meine Zahnärztin meinte zu mir, Zahnkorrekturen könne man theoretisch noch bis ins hohe Alter durchführen. Ich hoffe, mit „hohem Alter“ sie hat nicht die Vierziger gemeint. Um eins gleich vorweg zu nehmen: Ich bezahle meine Zahnkorrektur aus eigener Tasche, jeden verdammten Cent. Da ich aber die Zahnspangenmarke nenne, muss ich diesen Artikel als unbezahlte Werbung kennzeichnen.

Und noch was: Es ist gar nicht so einfach für mich, öffentlich über dieses Thema zu schreiben, aber ich tue es trotzdem, weil ich anderen Mut machen möchte. Ihr seid nicht allein mit Euren schiefen Beißerchen, und falls ihr auch mit dem Gedanken spielt, etwas zu ändern, dann hilft euch mein Erfahrungsbericht vielleicht.

Hier erzähle ich euch nun also meine persönliche Zahngeschichte und lasse euch mit meinem Invisalign-Tagebuch am Verlauf der Dinge teilhaben. Im Rahmen meiner „Vorwärts stolpern mit System“- Tour war dies übrigens Ziel Nummer 6: Das geheime Ziel. Denn anfangs war ich mir alles andere als sicher, ob ich darüber wirklich berichten möchte. Doch nun habe ich mich dazu entschieden, offensiv mit dem Thema umzugehen. Dann legen wir mal los!

Die Vorgeschichte: Der Metzger, meine Mutter und ich

Düsseldorf, etwa 1993. Ich bin gerade 14 Jahre alt und liege auf dem Behandlungsstuhl eines Kieferorthopäden, der eigentlich lieber Schlachter oder Chirurg geworden wäre, denn er hat etwas außerordentlich Metzger-haftes an sich, wie er sich so mit voller Wucht auf meinen Unterkiefer stemmt, um einen Abdruck von meinem Gebiss zu nehmen. Dabei rammt er mir ein Metallteil bis tief in den Gaumen, sodass ich kaum noch Luft bekomme, weil ich so würgen muss. Da mich die Lampe über mir empfindlich blendet, bekomme ich noch nicht mal mit, was als nächstes passiert. Aber ich höre, wie der Kerl zu meiner Mutter sagt:

Da müssen mindestens noch vier Backenzähne raus. Sonst ist da nicht genug Platz.

Der Metzger, äh, Kieferorthopäde zu meiner Mutter

„Vier Zähne?! Vier gesunde Zähne?“, höre ich dann meine Mutter schrill zurückfragen, und als er das bejaht, ruft sie, er solle sofort mit dem Abdruck aufhören. „So einen Unsinn machen wir nicht mit!“, teilt sie ihm schließlich mit, und fünf Minuten später stehen wir wieder unten auf der Straße, und ich habe immer noch Fasern von dieser ekelhaften, gummiartigen Abdruckmasse im Mund.

Und das war’s dann mit mir und der kostenlosen Zahnspange.

Damals war ich meiner Mutter unglaublich dankbar, dass sie mich vor dem Metzger in Kieferorthopädengestalt gerettet hatte. Heute denke ich anders. Um genau zu sein: Über 5.000 Euro anders. Die Rücksichtnahme meiner Mutter in allen Ehren, aber pädagogisch gesehen war das leider eine glatte Fehlleistung. Ich mache ihr da keinen Vorwurf, wer will sein Kind schon leiden sehen? Hinzu kam: Zahnpflege war nicht gerade das Paradethema meiner Eltern. Zwar bestanden sie darauf, dass ich täglich Zähne putzte, aber ihr Motto lautete: ein Mal reicht – öfter haben sie es mir ja auch nicht vorgemacht. Papa hatte seit einer Prügelei in seinen Zwanzigern ohnehin ein Gebiss, und Mama nahm es damit nicht so genau. Liebe andere Eltern: Seid gute Vorbilder! Das ist so wichtig! Ihr habt immensen Einfluss auf die Zahngesundheit eurer Kinder. Nicht nachgeben, wenn es um das tägliche Zähneputzen geht. Und schon gar nicht nachgeben, wenn das Kind sich gegen eine Klammer wehrt. Denn: Was für ein Luxus, dass die Krankenkassen die Kosten für die Zahnkorrektur im Kindesalter noch übernehmen. Für Erwachsener wird’s teuer, und das bekomme ich nun schmerzhaft zu spüren. Doch nicht nur das.

Ich konnte nie richtig lachen, und dabei lache ich so gerne.

Schlechte Zähne beeinträchtigen einen ganz erheblich. Ich habe nie richtig gelacht, immer die Unterlippe über das Chaos in meinem Unterkiefer geschoben. Ich sehe mich auf keinem Foto richtig natürlich lächeln. Immer nur mit geschlossenem Mund, oder aber ich schiebe immer die Unterlippe über die obere Zahnreihe, damit man die unteren Zähne bloß nicht sieht. Vermutlich ist das noch nie irgendjemandem aufgefallen, aber ich weiß es, und mich stört es, und das reicht ja. Ich hab mal ein paar Fotos herausgesucht, damit ihr versteht, was ich meine:

Oben geht’s noch, da habe ich bloß einen ordentlichen Überbiss, aber unten sieht es aus wie Kraut und Rüben. Und schön weiß sind sie auch nicht, obwohl ich mir das mit dem Putzen dann im Teenageralter selbst beigebracht habe. Ich sparte mein ganzes Taschengeld für eine elektrische Zahnbürste und bin seitdem in Sachen Zahnpflege gut unterwegs. Ich hatte seit meinem 15. Lebensjahr nicht ein Mal Karies. Aber die Verfärbungen sind mir noch von damals erhalten geblieben, da hilft das gründlichste Schrubben nicht mehr. Ich wünsche mir schon lange eine Zahnkorrektur mit anschließendem Bleaching. Ich möchte richtig lachen können, ohne mich dafür zu schämen.

Was soll ich sagen – so kann das nicht bleiben. Vor einem halben Jahr habe ich beschlossen, das endlich zu ändern und die versäumte Zahnkorrektur nachzuholen. Von nun an halte ich hier jede Woche in Fotos und Videos fest, wie sich meine Zähne verändern. Ich werde insgesamt 30 Schienen benötigen, anfangs muss jede Schiene alle zwei Wochen getauscht werden, etwas später geht es dann wohl wöchentlich weiter. Insgesamt soll die Behandlung zirka ein Jahr in Anspruch nehmen. Alle sechs Wochen muss ich ab sofort zur Kontrolle zur Kieferorthopädin.

Nach Abschluss der Invisalign Behandlung plane ich noch ein Bleaching, damit meine Zähnchen etwas weißer daher kommen. Ich finde es nämlich ungerecht, dass man durch meine Zahnverfärbungen überhaupt nicht sieht, wie akribisch ich täglich Zähne putze. Und ich möchte nicht, dass irgendjemand denkt, ich wäre nachlässig in Sachen Zahnpflege. Ich will, dass man verdammt nochmal sieht, wie ernst ich das Thema nehme. Habe ja nicht umsonst seit Jahrzehnten kein Karies oder andere Zahnprobleme mehr gehabt. Das soll sich gefälligst auch optisch widerspiegeln!

Invisalign Schiene 1-24

Die allererste Vorbesprechung mit meiner Kieferorthopädin

Im Januar 2020 hatte ich meinen ersten Termin zur Vorbesprechung bei meiner neuen Kieferorthopädin hier im Hamburger Süden. Mit einer Metzgerin hat sie Gott sei Dank wenig gemeinsam. Denn zum Glück hat sich einiges verändert in kieferorthopädischen Praxen seit 1993. Die Praxis meiner neuen Kieferorthopädin ist im Vergleich zur Schlachterei damals eine richtige Wohlfühloase. Und auch die Kieferorthopädin selbst ist sehr nett und überhaupt kein grobschlächtiger Typ, sondern äußerst einfühlsam und freundlich. Ich habe mich bei ihr vom ersten Moment an wohlgefühlt. Ich sagte ihr, ich wolle endlich schöne Zähne haben, endlich breit lachen können, ohne mich schämen zu müssen. Daraufhin erwiderte sie:

Aber Sie haben schöne Zähne!

Meine Kieferorthopädin

Was für eine rührende Übertreibung, die ich ihr leider kaum abnehmen konnte, weil mein Spiegelbild seit Jahrzehnten etwas anderes sagte. Aber ich widersprach ihr nicht, immerhin war sie hier ja die Fachfrau! Sie fertigte eine Röntgenaufnahme an und betrachtete den Stand der Dinge. Ich hatte Angst, sie würde mir auch wieder vier gesunde Zähne ziehen wollen, aber sie sagte, da sei genug Platz in meinem Kiefer. Ich hatte mir zwischenzeitlich mit Mitte 20 die Weisheitszähne entfernen lassen, nun hatten wir freie Bahn mit Marzipan. Schließlich stellte sie mir verschiedene Arten von Zahnspangen vor, die für mich infrage kommen würden.

Vorbereitung: Das Röntgen und Scannen bei Invisalign

Auf Wiedersehen, Würgereflex: Bei Invisalign werden die Zähne einfach gescannt. Das ist so viel angenehmer als der Abdruck mit der Knete-artigen Masse Mitte der Neunziger. Das Scannen tut überhaupt nicht weh. Bisschen lustig, wie die Sprechstundenhilfen meiner Kieferorthopädin mit einem großen Scangerät um mich herumhopsten, um wirklich jeden Winkel meines Mundes abzuscannen. Am Ende sieht man auf dem Monitor ein 3D-Modell seines Gebisses, und die Software zeigt einem auch, wie es mal aussehen wird. Das hat mich schon beeindruckt. Dieser Scan wird dann ans Labor geschickt. Dann bekommt man einen Behandlungsplan und einen Kostenvoranschlag. Man muss eine Kostenübernahme unterzeichnen, und schon geht’s los. Zwei Wochen später hatte ich die erste Rechnung für den ersten Behandlungstermin bei der Kieferorthopädin und für die Herstellung der ersten Schienen im Briefkasten. Die musste ich bezahlen, um die Schienen anschließend ausgehändigt zu bekommen,

Unboxing meiner Invisalign

Der erste Termin zum Einsetzen der Zahnspange: Meine Kieferorthopädin kam mit einem hübschen Täschchen um die Ecke. Darin befand sich die Invisalign-Box mit einer Dose zur Aufbewahrung meiner Schienen und den ersten drei Schienen. Den allerersten Satz hatte sie bereits ausgepackt, um ihn mir selbst einsetzen zu können und zu überprüfen, ob alles gut passt. Das allererste Tragegefühl war überraschend angenehm. Die durchsichtigen Schienen sind hauchdünn, aber man spürt sofort einen gewissen Druck, den ich aber sehr gut erträglich finde. Dennoch hat man natürlich erstmal einen Fremdkörper im Mund. Die Zunge stößt plötzlich gegen bisher unbekannte Widerstände, und das hört man sofort beim Sprechen. Anfangs habe ich ganz schön gelispelt, aber das hat sich schnell gegeben. Wobei ich manchmal das Gefühl habe, dass es Tagesform-abhängig ist.

Kaum sichtbar, meine Invisalign Zahnspange

Invisalign Erfahrung: Kaum sichtbar die Spange
Mit bloßem Auge ist sie in freier Wildbahn kaum zu erkennen.

Anfangs hat es an manchen Stellen etwas gerieben. Meine Kieferorthopädin hat mir den Tipp gegeben, mir eine Glasnagelfeile zu besorgen, um kantige Stellen abzurunden. Die Stellen an den oberen Eckzähnen waren bei mir das Problem. Ich glaube, dass Invisalign dort Greif-Furchen eingebaut hat, die das Herausnehmen erleichtern sollen, denn hier findet sich jeweils eine kleine Einbuchtung, die etwas hervorsteht. Das sorgt für Reibung, denn die Oberlippe liegt direkt auf, und nach ein paar Stunden tat sie mir links und rechts an diesen Stellen weh. Doch nach dem Feilen wurde es merklich besser, und schon am zweiten Tag habe ich gar nichts mehr gespürt.

Invisalign Erfahrung: Da ist die Spange
Nach zwei Wochen Kaffee trinken mit Schiene ist sie tatsächlich ein klein wenig verfärbt, obwohl ich sie immer gut gepflegt habe. Finde aber, es hält sich noch in Grenzen.

Das Herausnehmen der Invisalign Schienen

Ich hatte etwas Respekt davor, wie es wohl im täglichen Leben mit dem Einsetzen und Herausnehmen klappen würde, aber ich muss sagen, das ist überhaupt kein Problem. Man soll an den Backenzähnen beginnen und die Schiene dort vom Zahnfleisch aus hochschieben, zum Schluss dann den vorderen Bereich lockern. Anfangs bin ich immer mit dem Fingernagel meiner Daumen unter die Schiene gefahren, das hat mir aber ziemlich schnell sowohl unter den Nägeln als auch am Zahnfleisch wehgetan. Also habe ich mir angewöhnt, einfach mit beiden, flachen Daumen von außen an die Backenzähne zu gehen und die Schiene auf diese Weise hochzuschieben. Wenn sie hinten auf beiden Seiten hochsteht, greife ich die Schiene auf beiden Seiten, wackele ein bisschen und löse sie schließlich vorne. Meistens habe ich die Schiene innerhalb weniger Sekunden draußen. Das Entfernen tut nicht weh. Was ich aber sagen muss: Nach dem Herausnehmen fühlen sich die Zähne ganz schön nackt an, und direkt danach mag ich auch keine harten Sachen essen, weil sie doch etwas empfindlicher sind. Das gibt sich aber bei mir immer nach ein paar Minuten, und ich kann wieder „kraftvoll zubeißen“ (haha).

Invisalign Schienen reinigen

Meine Kieferorthopädin hat gesagt, ich solle möglichst darauf achten, die Schiene mindestens 22 Stunden am Tag zu tragen. Zum Essen muss man sie herausnehmen, Wasser und umgezuckerte Getränke sind erlaubt. Man kann auch Kaffee und Tee trinken, allerdings verfärbt die Schiene sich dann, was ich nicht ganz so schlimm finde, weil man nach zwei Wochen ohnehin wieder eine neue einsetzt. Außerdem finde ich, dass man die Schiene reinigen und auch von Verfärbungen befreien kann. Ich reinige die Schiene nach – zugegebenermaßen – fast jedem Wiedereinsetzen mit einer weichen Zahnbürste und (möglichst gelförmiger) Zahnpasta und spüle sie dabei unter fließendem Wasser ab. Es gibt auch extra Reinigungsperlen von Invisalign, die habe ich aber noch nicht getestet. Manche Ärzte sagen, man solle nicht mit Zahnpasta reinigen, meine Kieferorthopädin meinte aber, gelförmige Zahnpasta sei völlig in Ordnung.

Zwischenfazit

Ich finde Invisalign super, aber nur zwei Stunden Freiheit täglich sind ganz schön wenig

Das tägliche Zeitlimit bedeutet nämlich im Umkehrschluss: Ich habe von nun an täglich nur noch zwei Stunden Zeit für die Nahrungsaufnahme. Für einen Langsamerer wie mich ist das ganz schön wenig. Invisalign selbst sagt: Zwischen 20 und 24 Stunden pro Tag ist in Ordnung. Ich habe beschlossen, 21 Stunden anzupeilen. Denn manchmal möchte man abends auch einen Film gucken und dabei was knabbern, und nicht nach jeder Erdnuss aufstehen, um sich die Zähne zu putzen und die Schiene wieder einzusetzen. Mit drei Stunden Freiheit täglich bin ich in der ersten Woche gut zurecht gekommen, einige Male habe ich es sogar auf knapp über zwei Stunden geschafft.

Ich werde hier immer mal wieder dokumentieren, wie es mir gerade damit geht. Ein abschließendes Fazit werde ich dann ziehen, wenn die Behandlung vorüber ist (voraussichtlich im Frühjahr 2021).

Schiene 1 (Mai 2020): Ich bin angetan davon, wie unkompliziert das bisher alles gelaufen ist. Anfangs haben die Schienen ein wenig gedrückt, aber wie ich oben bereits beschrieb, konnte ich sie mit einer Glasfeile weich feilen, und seitdem spüre ich nichts mehr. Ich muss mich aber noch daran gewöhnen, dass ich nicht mehr einfach alles snacken darf, was ich gerade möchte. Und dass ich immer eine Zahnbürste dabei haben muss. Aber ich trage die Schienen gerne. Auch an das Einsetzen und Herausnehmen habe ich mich nun gewöhnt. Ich weiß jetzt genau, wo ich anfassen muss und wo ich etwas ruckeln muss, damit sie herauskommen. In der zweiten Woche merke ich, dass der Druck auf die Zähne nachlässt. Das heißt, es wird Zeit für die neue Schiene. Bin schon gespannt, wie groß der Druckunterschied dann ist. Und da ich mit der alten Schiene auch Kaffee getrunken habe, ist sie nun etwas dunkler als vorher. Das finde ich aber gar nicht so schlimm.

Schiene 10 (Juli 2020): Überraschung – Karies. Ich hatte 20 Jahre lang kein Karies. Und jetzt das. Bei der Zahnreinigung entdeckt man bei mir ein dickes Loch am rechten, hinteren, oberen Backenzahn. Mein Zahnarzt (wohlgemerkt: nicht mein Kieferorthopäde) sagt, er hält es für unwahrscheinlich, dass Invisalign meinen Kariesfall begünstigt hat. Als er aber hört, dass ich mir seit Beginn der Behandlung öfter als drei Mal täglich die Zähne putze, rät er mir dringend, das zu lassen. Ich lerne, dass man sich die Zähne auch zu oft putzen kann. Er sagt, wenn ich öfter als drei Mal am Tag das Bedürfnis verspüre, mir die Zähne zu putzen, dann ohne Zahnpasta. Denn zu häufiges Putzen mit Zahnpasta kann den Zahnschmelz kaputt machen, statt ihn zu stärken. Wusste ich auch noch nicht. Meine Kariesbehandlung ging zum Glück total schmerzfrei über die Bühne, und ich habe wieder einiges dazu gelernt. Das Karies-Loch befand sich direkt am Zahnzwischenraum, sodass ich mich doch nochmal mit Zahnseide und Co. auseinandersetzen musste. Seitdem nutze ich sämtliche Varianten: Zwischenraumbürstchen, Zahnseide, Zahnstocher – je nach Größe der Zahnlücke.

Schiene 14 (Oktober 2020): Keine weiteren Zwischenfälle seit dem Karies-Problem neulich. Ich wechsele die Schienen immer noch alle 10 Tage und habe inzwischen das Gefühl, dass wir die Intervalle verkürzen könnten. Denn meistens wird die Schiene nach etwa 8 Tagen sehr bequem, ich verspüre beim Einsetzen kaum noch Druck. Nehme mir vor, meinen Kieferorthopäden zu fragen, ob es möglich wäre, ab sofort schneller zu wechseln. Ich habe aber auch schon gehört, dass zu schnelle Wechsel der Schienen dafür sorgen können, dass die Zähne sich lockern. Das möchte ich natürlich nicht.

Schiene 17 (November 2020): Aua. Der Wechsel von Schiene 16 auf Schiene 17 hat ordentlich weh getan. Zum ersten Mal fand ich das wirklich, wirklich unangenehm und hatte Schmerzen bei der Invisalign Behandlung. Nach drei, vier Tagen erst ließ der neue Druck nach (sonst war er immer spätestens am 2. Tag nach dem Schienenwechsel weg). Ich denke aber, ich kenne die Erklärung: Ich habe die 16. Schienen zu wenig getragen und dafür nun die Quittung bekommen. Der Druck endete in total überempfindlichen Zähnen, die sich von meiner elektrischen Zahnbürste gar nicht mehr putzen lassen wollten, sodass ich vorübergehend wieder auf eine Handzahnbürste umsteigen musste. Am 6. Tag wurde das besser, und jetzt, am 9. Tag (1 Tag vor Schienenwechsel) ist alles wieder gut. Hoffe, beim nächsten Mal wird es besser.

Schiene 19 (Dezember 2020): Einer meiner Schneidezähne wandert nicht richtig mit. Man sieht es daran, dass er innerhalb der Schiene nicht dort sitzt, wo er sitzen sollte – nach oben ist zu viel Luft in der Schiene an dieser Stelle. Eigentlich müsste ich ein Attachment bekommen, das auf den Zahn geklebt wird und ihn so stärker mitverrückt. Aber meine Kieferorthopädin hat mir stattdessen einen kleinen Beißring mitgegeben, auf den ich genau an der Stelle des Zahns drei Mal kräftig mit der Schiene beißen soll. Und siehe da, es funktioniert, der Zahn ist mittlerweile einwandfrei in die Position der Schiene gerutscht.

Schiene 24 (Januar 2021): Jetzt geht es mit großen Schritten in den Endspurt – nur noch sechs Schienen, und ich bin fertig mit der Behandlung. Bis jetzt läuft alles super, meine Zähne (auch der störrische Eckzahn unten) sind in letzter Zeit alle tadellos mitgewandert. Attachments waren weiterhin nicht notwendig. Ich benutze auch brav weiter Zahnseide, denn auch das hilft dabei, zu erkennen, ob zwischen den Schneidezähnen genügend Platz ist, damit sie sich aneinander vorbeischieben können. Beim Wechsel auf einen neuen Schienensatz verspüre ich kaum noch Druck. Die oberen Backenzähne müssen noch zusammengeschoben werden, da hinten habe ich noch ordentliche Lücken im Mund. Aber der Platz wird ja auch noch benötigt, um den Überbiss des Oberkiefers zu reduzieren und die oberen Schneidezähne zurückzuziehen. Mir geht’s nach wie vor sehr gut mit der Behandlung, und ich bin froh und stolz, dass ich das durchgezogen habe.

FAQs rund um Invisalign©

Wie läuft die Bezahlung bei Invisalign ab? Zahlt man alles auf einmal?

In meinem Fall war es so, dass ich alle sechs Wochen neue Schienen und eine neue Rechnung des Labors, das die Invisalign. Ich muss sowohl alle Behandlungskosten als auch die Herstellungskosten komplett alleine übernehmen.

Wie hoch sind die Kosten für eine Behandlung mit Invisalign?

Die Kosten sind natürlich immer individuell und hängen ja letztlich davon ab, wie viele Schienen hergestellt und getragen werden müssen, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen. In meinem Fall 30 Schienen über 60 Wochen hinweg. Mein Kostenvoranschlag für die Schienen und die ärztliche Behandlung liegt bei etwa 5.500 Euro.

Wie sieht es mit der Aussprache bei Invisalign aus, hört man ein Lispeln?

Ich finde schon, dass man dauerhaft anders spricht. Anfangs hat man den Unterschied bei mir sehr stark gehört, aber die Zunge hat sich bei mir schnell an die neuen Widerstände gewöhnt, es wurde also besser. Was ich aber merke: Habe ich an Tagen zu wenig getrunken, fällt es mir auch schwerer, mich klar z artikulieren. Und Englisch oder andere Fremdsprachen (bei mir: Schwedisch) hören sich bei mir zurzeit sehr, sehr seltsam an.

Was sind Invisalign Aligner?

So bezeichnet man die Invisalign Schienen im Fachjargon.

Was sind Invisalign Attachments?

Attachments sind kleine, ebenfalls transparente Punkte, die auf die Zähne aufgeklebt werden und dabei helfen sollen, den Zahn in die richtige Position zu verschieben. Nach Abschluss der Behandlung werden sie wieder abgefeilt, der Zahn wird aufpoliert und trägt keine Schäden davon.

Was sind Invisalign Retainer?

Bei den Retainern handelt es sich um Drähte, die nach der Behandlung von innen an die Zähne geklebt werden, um ein erneutes Verschieben der Zähne zu verhindern. Darauf muss man sich einstellen: Der Retainer bleibt einem ein Leben lang erhalten. Es gibt wohl auch die Möglichkeit, stattdessen immer eine Nachtschiene zu tragen. Welche Methode infrage kommt, klärt man am besten vorab mit seinem Kieferorthopäden.

Wie lange dauert die Behandlung mit Invisalign?

Ich denke mal, das ist bei jedem anders und vom Grad der Fehlstellung abhängig. Bei mir stehen die unteren Zähne kreuz und quer, und es sind dafür 30 Schienen eingeplant, die ich alle zwei Wochen wechseln soll. Damit wäre meine Behandlung nach 60 Wochen abgeschlossen und dauert etwas länger als ein Jahr. Ein überschaubarer Zeitraum, wenn man bedenkt, dass feste Klammern meist wesentlich länger im Mund bleiben müssen.

Wie kann ich meine Invisalign reinigen?

Darüber habe ich sehr unterschiedliche Dinge gehört. Meine Kieferorthopädin hatte mir empfohlen, mir eine weiche Zahnbürste für die Reinigung der Schienen zu kaufen und diese mit ganz normaler Zahnpasta zu reinigen, um sie anschließend mit klarem Wasser abzuspülen. Viele schreiben, klares Wasser würde reichen, wenn man unterwegs ist. Ich habe außerdem gelesen, dass Zahnpasta schädlich sein soll für die Schienen und sogar zu Bakterienablagerungen auf der Schiene und dann natürlich zu Schäden an den Zähnen führen kann. An anderen Stellen las ich, gelförmige Zahnpasta sei gut geeignet. Dann gibt es auch noch von Invisalign selbst spezielle Reinigungskristalle. Im Starterpack, das man am Anfang ausgehändigt bekommt, ist ein Pröbchen dazu enthalten. Ich hab’s noch nicht getestet. Meine Suche bei Google hat aber gezeigt: Hierzulande sind die Dinger ziemlich schwer zu bekommen, man muss sie aus den USA importieren, und teuer sind sie auch. Das wird schonmal nicht mein Weg. Die Firma Invisalign selbst schreibt auf ihrer Website, dass man auch spezielle Reinigungstabletten verwenden kann, sagt aber nicht, welche. Auf anderen Websites ist zu lesen, dass man nicht auf herkömmliche Zahnspangen-Reinigungstabletten zurückgreifen soll. Ein ganz schönes Durcheinander an Infos! Ich habe für mich entschieden, es mit gelförmiger Zahnpasta zu versuchen.

Zahlt meine Zahnzusatzversicherung die Invisalign Behandlung?

Normalerweise übernehmen Zahnzusatzversicherungen die Invisalign-Behandlung nicht.

Stichwort Kostenübernahme: Muss ich Invisalign komplett selbst bezahlen?

Ja, die Behandlung mit Invisalign Schienen wird in der Regel nicht von Krankenkassen getragen, auch bei Kindern übrigens nicht.

Gibt’s Invisalign eigentlich auch für Kinder und Teenager, und werden die Schienen dann von der Krankenkasse bezahlt?

Ja, Invisalign kann auch bei der Zahnkorrektur von Kindern und Teenagern eingesetzt werden. Das Gebiss sollte aber bereits ausgewachsen sein. Besonders für Teenager haben die unsichtbaren Schienen im Vergleich zu festen Klammern große Vorteile. Die Optik wird nicht beeinträchtigt, sie können nach wie vor gefahrlos ihren Sport ausüben und Blasinstrumente spielen, was bei festen Spangen deutlich schwieriger ist. Für die Behandlung müssen die Eltern allerdings alleine aufkommen, die Krankenkassen übernehmen Invisalign Behandlungen für Kinder nicht.

Wie sieht’s bei Invisalign mit Schmerzen aus?

Das Tragen von Invisalign Schienen verursacht in der Regel keine Schmerzen, aber man verspürt einen gewissen Druck, gerade nach dem Wechsel auf neue Schienen.

Was tun, wenn man eine Aligner / Schiene verliert oder kaputt macht?

Experten empfehlen, die zuletzt benutzte Schiene immer noch aufzuheben und nicht wegzuwerfen. Sollte man die aktuelle Invisalign Schiene – auch welchem Grund auch immer – nicht mehr benutzen können, kann man vorübergehend auf die letzte Schiene zurückgreifen, um die Behandlung nicht abbrechen zu müssen. Man sollte aber auf jeden Fall Kontakt zu seinem Kieferorthopäden aufnehmen, um Rücksprache zum weiteren Vorgehen zu halten.

*Unbezahlte Werbung, ich zahle meine Invisalign-Behandlung komplett selbst. Jeden. Einzelnen. Cent.

5 Comments

  1. Meine Frau will gern eine Zahnspange aber sie denkt sie ist dafür zu alt. Es ist gut zu wissen das eine unsichtbare Zahnspange wirklich niemand auffällt. Ich werde ihr Bescheid geben und hoffentlich finden wir einen guten Kieferorthopäde.

    Peter Buschman
  2. Vielen Dank für deinen Bericht, sehr interessant, ich kann dich sehr gut verstehen, weil meine Geschichte ähnlich aussieht: ich habe kaum mit offenem Mund mein Leben lang gelächelt. Jetzt mit 44 (!) habe ich meine erste Zahnspange bekommen – invisalign.
    Was mich wundert – du schreibst kein Wort über störende Attachments. Da frage ich mich, ist bei mir was schief gelaufen oder vielleicht hat mein Arzt fehlende Erfahrung und was falsch gemacht?
    Ich dachte, wenn ich für 2-3x Mahlzeit am Tag Schienen ausziehe, wird es wie kleine Erholung sein. Leider kann ich kaum ohne Schienen aushalten – Essen macht kein Spaß, weil die Attachments extrem stören und weh tun. Sie fühlen sich wie ein Schmierpapier an, sehr grob. Transparent sind sie bei mir nicht, sondern haben Farbe der Zähne. Ich versuche möglichst flüssiges Essen zu sich zu nehmen, sonst tun die Attachments extrem weh. Nicht alle, sondern nur seitlich oben.
    Die Schienen sind leider auch nicht perfekt.
    Sie zu pfeilen habe ich ebenfalls probiert – kein Ergebnis. Dort, wo die scharfen Kanten stören, habe ich verzweifelt ein wenig vorsichtig abgeschnitten, weil mein Mund von innen überall wund ist und ich inzwischen kleine Stückchen Watte auf die scharfen Stellen legen muss, um überhaupt weiter auszuhalten.
    Was mir noch etwas Angst macht: in den Zwischenräumen werden die Zähne etwas angeschliffen. Zu Beginn der Behandlung wusste ich gar nicht, dass so was gemacht wird. In meinen Augen wird dadurch der natürliche Zahnschmelz zerstört und somit kann auch Karies entstehen. Musstest du auch diesen Schritt machen? Hast du danach keine Probleme?

    Helen
  3. Hallo Helen, vielen Dank für deinen Kommentar! Zu deiner Frage mit den Attachments: Ich habe tatsächlich noch gar keine auf den Zähnen, auch jetzt bei Spange 17 von 30 noch nicht. Diese Attachments dienen ja dazu, Zähne stärker mitzuschieben, die in Sachen Bewegung etwas störrischer sind als andere. Meine Kieferorthopädin hat erstmal abgewartet, ob alle meine Zähne gut mitwandern. Das war bislang der Fall. In meinen Invisalign-Schienen sind die entsprechenden Aussparungen allerdings bereits eingefräst, für den Fall, dass die Attachments doch noch nötig werden sollten. Mal abwarten, kann durchaus noch kommen, denn ich habe einen Eckzahn, der nicht richtig will.

    Zum Feilen der Kanten: Bei der allerersten Schiene war ich anfangs durch die Kanten auch etwas wund im Mund. Ich habe aber einen Tipp bekommen, der tatsächlich alles verändert hat: Nicht mit der Zunge über die gewissen Stellen fahren! Das hab ich zwischendurch gemacht, und das war wohl der Grund, weshalb es schlimmer wurde. Sobald ich das sein gelassen habe, heilten die Stellen, und ich hatte nie wieder Probleme mit den Kanten. Ich weiß nun natürlich nicht, ob das auch bei dir ein Grund sein könnte.

    Und ja, bei mir mussten während der Invisalign Behandlung auch die unteren Schneidezähne angefeilt werden, denn die standen ja richtig krumm und wollten nicht aneinander vorbei flutschen. Meine Kieferorthopädin hat mit einem Schleifblättchen ganz vorsichtig gefeilt, sodass ich nie das Gefühl hatte, sie würde den Zahnschmelz wirklich schlimm angreifen. Danach haben sie sich etwas empfindlicher angefühlt, aber das ging auch schnell vorbei. Das Schleifen ist nun schon Monate her, und seitdem hat sich nichts verschlechtert, und ich habe auch kein Karies dadurch bekommen.

    Ich hoffe, auch bei dir geben sich die Probleme mit der Zeit.

    Liebe Grüße
    Ilona

    Lonari
  4. Danke, dass Sie Ihre Erfahrungen mit unsichtbaren Zahnspangen teilen. Ich spiele schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, mir eine Zahnspange zuzulegen. Ich werde mit einem Zahnarzt sprechen, um festzustellen, ob eine unsichtbare Zahnspange das Richtige für mich ist.

    Joachim Hussing

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